
Michael Stark
Hauptgeschäftsführer
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Nach mehrjähriger Pause wurde die gemeinsame Veranstaltungsreihe „Bremerhaven im Aufbruch“ der IHK Bremerhaven und der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) fortgeführt. Der Schub, den die Seestadt in der letzten Zeit gemacht hat, zeigt sich an kaum einer anderen Stelle so deutlich wie im Bereich der Offshore-Windindustrie. Doch bei der Veranstaltung „Bremerhaven im Aufbruch“ wurden nicht diejenigen Unternehmen vorgestellt, die zum Beispiel Anlagen herstellen, sondern vielmehr Firmen aus dem Zulieferer- und Dienstleistungsspektrum, die von zusätzlichen Umsätzen durch die Offshore-Windindustrie ausgehen.
IHK-Präsident Claus Brüggemann eröffnete die Zusammenkunft im t.i.m.ePort II. Wer von Offshore-Windindustrie in Bremerhaven redet, darf vom Offshore-Terminal nicht schweigen. Und das tat auch Brüggemann nicht. Er betonte, dass der Terminal „zwingend erforderlich“ sei. Ebenso müsse angesichts der sich zuspitzenden Gewerbeflächen-Knappheit in Bremerhaven die Luneplate rasch erschlossen werden.
Diese beiden Forderungen des IHK-Präsidenten sind auch für BIS-Geschäftsführer Nils Schnorrenberger ein Kernanliegen. Er ließ auf der Veranstaltung „Bremerhaven im Aufbruch“ die bisherige Entwicklung der Offshore-Windindustrie Revue passieren. Die von Schnorrenberger vorgelegten Zahlen und Fakten lassen für die Zukunft nur Gutes erhoffen – vorausgesetzt, dass der Offshore-Terminal nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Neun Firmen und Institutionen waren es, die auf der Veranstaltung von IHK und BIS ihr Leistungspaket aufschnürten. Zuerst hatte Dr. Jörg Hofmann von der Fielax Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung das Wort. Diese Ausgründung des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung bietet wissenschaftlich-technische Dienstleistungen für Forschung und Schifffahrt an. Dabei greift sie auf die geballte Ingenieurs-Kompetenz ihrer Mitarbeiter zurück.
„Der Anteil von Offshore-Windindustrie an unserem Umsatz beträgt inzwischen 73 Prozent“, verriet Dr. Jürgen Möller von der Dr. Möller GmbH/IMS Nord, einem Ingenieurbüro mit strikt an der Produktion orientierten Dienstleistungen („Wir sind kein Konstruktionsbüro“). Die insgesamt sieben Mitarbeiter, die der Offshore-Windindustrie auch mit Unternehmensberatung und Projektmanagement helfen können, sind im Ausland ebenfalls sehr gefragt.
Ganz andere Mitarbeiterzahlen bringt die Heinrich-Rönner-Gruppe auf das Tablett, nämlich 1.200 in 13 produzierenden Betrieben mit 18 Produktionsstätten. Zur Heinrich-Rönner-Gruppe zählt die BVT Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH, die von Thorsten Rönner repräsentiert wurde. Er schilderte, dass die BVT mittlerweile in die Fertigung von Offshore-Stahlstrukturen eingestiegen sei und außerdem auf Neubau, Umbau und Wartung von Schiffen für die benötigte Offshore-Flotte setze.
Carsten Rogge von der BLG Logistics Solutions GmbH Wind Energy Logistics plädierte in seinem Kurzreferat für einen ganzheitlichen Logistikansatz. Die Offshore-Windindustrie brauche nicht nur Lösungen in der Installationslogistik. „Wir unterstützen gerne mit unserem besonderen Know how aus der Seehafen-Logistik“, so der BLG-Repräsentant.
Krane verschiedener Größen stehen bei der Kronschnabel & Franke Schwerlast Spedition GmbH auf dem Hof. Firmenchef Erwin Kronschnabel veranschaulichte, welche schwierigen Herausforderungen von ihnen bereits gemeistert wurden: „Der Neubau, die Demontage oder Wartungsarbeiten an Windkraftanlagen sorgen für weitere Einsätze unseres modernen, umfangreichen und spezialisierten Fuhrparks.“
Holger Bartels von der Strako Strahlarbeiten und Korrosionsschutz GmbH machte dem Publikum plausibel, wie seine Firma es schafft, dass Stahl nicht zum alten Eisen gehört. Unter anderem können Stahlprofile bis 2 Meter Breite und 50 Meter Länge sowie Rohre bis zwei Meter Durchmesser wirkungsvoll vor Korrosion geschützt werden – eine Dienstleistung, die weit über Bremerhaven hinaus genutzt wird.
5.000 Katalogseiten – sie bräuchte es, um die Werkzeuge und Maschinen abzubilden, die die Hans Kiesling GmbH & Co. KG vorrätig hält. „Wir können 150.000 Werkzeuge innerhalb von 24 Stunden in Deutschland ausliefern und binnen 48 Stunden überall in Europa“, nannte Hansjörg Kiesling einen der Service-Bausteine seiner alteingesessenen Firma.
Traditionsreich ist auch die von Volkert Osterloh vorgestellte Johann Kipp Bauunternehmen GmbH. Sie hat Tiefbau, Hochbau und Industriebau im Portfolio. Von vielen Mitbewerbern grenzt sie sich durch eine eigene Beratungs- und Planungsabteilung ab.
Die Referentenliste bei der Veranstaltung „Bremerhaven im Aufbruch“ wurde nach den Ausführungen von Dr. Kerstin Lange vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) geschlossen. Diese unabhängige gemeinnützige Stiftung privaten Rechts engagiert sich immer stärker auf dem Gebiet der Informationslogistik – und sieht in der Offshore-Windindustrie große Potenziale.
Text: Thomas Klaus