Hafeneisenbahn

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Investitionen in die Eisenbahn-Zukunft

In den Räumlichkeiten der IHK Bremerhaven wurde der „Masterplan Hafeneisenbahn Bremerhaven“ vorgestellt, der die bremischen Investitionen in die Zukunft des Eisenbahnhafens in der Seestadt untermauert. Er entstand in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft. Der Masterplan war im Auftrag des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen von der Hafengesellschaft bremenports erarbeitet worden.

Güter- und Autoverkehr im Kaiserhafen
Foto: Gross

Hintergrund: Der Transport von Seegütern mit der Eisenbahn hat für den Container- und Autohafen Bremerhaven traditionell eine große Bedeutung. Wie wichtig der Verkehrsträger Schiene für das Logistikzentrum an der Wesermündung ist, zeigen Zahlen aus dem Jahr 2010: Bei Containern erreichte die Bahn im Hinterlandverkehr einen Anteil von 45 Prozent; bei Fahrzeugen waren es sogar 80 Prozent. Und bis zum Jahre 2025 wird ein starkes Wachstum des Bahnverkehrs erwartet.

Das Schienennetz der Hafeneisenbahn in Bremerhaven wurde im Jahr 2010 von insgesamt 23 Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) genutzt. Mit einer Transportleistung von 16,4 Millionen Tonnen (2010) zählt die Hafengruppe Bremen/Bremerhaven zu den drei führenden Hafen-Standorten in Nordwesteuropa.

Ab 2012 geht es los

Im Winter 2010/2011 waren auf den Gleisen der Hafeneisenbahn in Bremerhaven wöchentlich 430 Güterzüge unterwegs, darunter 270 Container- und 140 Autozüge. Bis Mitte des nächsten Jahrzehnts wird mit einer deutlichen Zunahme auf 770 Güterzüge pro Woche gerechnet, darunter 540 Container- und 210 Autozüge. Auf dieses kommende Plus muss der Standort mit Investitionen in neue Gleise und in technische Maßnahmen vorbereitet werden.

Als wichtigste, kurzfristig zu realisierende Projekte nennt der Masterplan:

  • den Ausbau der Gleise im Bahnhof Kaiserhafen um bis zu 750 Meter, damit im Hafen weitere Ganzzüge abgefertigt werden können, und die zusätzliche Elektrifizierung von Gleisen, damit die Einfahrt elektrischer Streckenloks möglich wird. Abstellplätze für Rangierloks, die bei der Gleisverlängerung wegfallen, müssen durch eine neue Abstellanlage im Bereich des Bahnhofs Kaiserhafen ersetzt werden. Die Baumaßnahme ist mit insgesamt etwa 8,2 Millionen Euro veranschlagt und soll von 2012 bis 2015 umgesetzt werden.
  • Erneuerung des Rangierfunks: Die analoge Vier-Meter-Band-Rangierfunktechnik ist veraltet. Weil es im Hafen durch Containerstapel zu Funkabschattungen kommt, sind unterbrechungsfreie Gespräche während der Rangierfahren nicht immer möglich. Hier ist – wie bei der Hamburger Hafenbahn – eine Umstellung auf den analogen 70- Zentimeter-Bereich vorgesehen. Die Modernisierung des Rangierfunks soll in den Jahren 2012 bis 2014 vorgenommen werden und ist mit Kosten von rund 3,2 Millionen Euro verbunden.

Weitere Maßnahmen innerhalb des „Masterplans Hafeneisenbahn Bremerhaven“ sollen zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel der  Ausbau der Vorstellgruppe Imsumer Deich und der Ausbau des Bahnhofes Speckenbüttel.

Im Zuge des Gespräches stellte sich heraus, dass aufgrund der rasanten Rückkehr zu den Umschlagszahlen „vor der Krise“ und der anteiligen Zunahme des Bahnverkehrs, dringend kurzfristige Maßnahmen zur Optimierung der Hafeneisenbahn durchgeführt werden müssen. Die Anwesenden wollen dieses sofort angehen und bildeten deshalb unter Federführung der IHK Bremerhaven einen adhoc Arbeitskreis. Dieser hat am 17.10.2011 seine Arbeit aufgenommen und schon erste mögliche Maßnahmen intentifiziert.